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„Das Interesse an frauenspezifischem Training wird immer größer!“

„Das Interesse an frauenspezifischem Training wird immer größer!“

Article: „Das Interesse an frauenspezifischem Training wird immer größer!“

„Das Interesse an frauenspezifischem Training wird immer größer!“

Interview mit Tabea Lorch, Sportwissenschaftlerin und Female Performance Coach

„Noch vor wenigen Jahren hatten die wenigsten Frauen überhaupt schon mal davon gehört, dass für sie Training und Ernährung anders funktionieren könnten als für Männer. Ich erlebe oft, dass Frauen unter großem Druck stehen, wenn es um Performance im Sport geht. Gesundheitlich beobachte ich, dass diese Frauen irgendwann Zyklusstörungen entwickeln oder die Periode komplett ausbleibt. Grund hierfür ist meist, dass sie sich für ihr Training zu wenig versorgen und der Körper daher zu wenig Energie für ein gesundes Hormonsystem hat.“ Die erfahrene Lauftrainerin und Ausbilderin Tabea Lorch, Autorin von „Frauen trainieren anders. Dein Trainingstagebuch“, will Frauen dabei begleiten, Sport und Hormongesundheit auf eine neue, achtsame Weise zu verbinden.

Ihr Buchratgeber „Frauen trainieren anders“ liegt inzwischen in 2. Auflage vor, und jetzt erscheint das Trainingstagebuch als nützliche Ergänzung oder auch zur eigenständigen Nutzung. Werden die weibliche Physiologie und hormonelle Dynamik durch Ihre Arbeit jetzt stärker in Sportwissenschaft und Trainingskonzepten berücksichtigt?

Tabea: Ich merke, dass das Interesse an frauenspezifischem Training in den letzten Jahren immer größer wird. Als ich vor sechs Jahren damit anfing, haben die wenigsten Frauen schon mal davon gehört, dass für sie Training und Ernährung anders funktionieren könnten als für Männer. Von daher sehe ich hier eine positive Veränderung. Der Weg in der Sportwissenschaft selbst ist allerdings noch sehr lang. In der Forschung hat sich bislang wenig geändert.

Sportbegeisterte Frauen sind häufig ehrgeizig, diszipliniert und erfolgreich – aber diese „Strebsamkeit“ führt oft dazu, dass sie nie wirklich zufrieden sind. Welche Auswirkungen hat dies auf die Gesundheit, und welche Alternativen empfehlen Sie stattdessen?

Tabea: Ich erlebe oft, dass Frauen unter großem Druck stehen, wenn es um Performance im Sport geht. Das ist sehr schade, denn Sport sollte ja ein Hobby sein, das Freude bringt. Gesundheitlich beobachte ich, dass diese Frauen irgendwann Zyklusstörungen entwickeln oder die Periode komplett ausbleibt. Grund hierfür ist meist, dass sie sich für ihr Training zu wenig versorgen und der Körper daher zu wenig Energie für ein gesundes Hormonsystem hat. Ich empfehle deshalb, immer zu prüfen, ob frau gerade wirklich genug Energie für Sport hat oder nur denkt, sie müsste Sport treiben.

Reflexionsseiten und Zyklustracking sollen als Werkzeuge dienen, um festzustellen, welche Veränderungen im Training, wie viel Regeneration und welche Ernährung der Körper braucht, ohne zusätzlich Druck aufzubauen. Wie lässt sich das umsetzen, und womit sollte frau am besten beginnen?

Tabea: Am sinnvollsten ist es, den Zyklus erstmal wertfrei zu betrachten und genau hinzuspüren, ob der Körper nicht vielleicht schon seit Jahren versucht, über PMS und Periodenschmerzen zu kommunizieren. Sobald wir verstanden haben, dass ein gesunder Zyklus beschwerdefrei sein kann, lassen sich von hier aus wunderbar die ersten Schritte gehen. Meist benötigt unser Körper nur mehr Regeneration, eine angepasste Ernährung oder anderes Training. Das erarbeiten wir im Trainingstagebuch dann zusammen.

Klar gesagt: Es geht nicht darum, „dich noch schneller noch weiter zu bringen.“ Tabea sieht ihr Trainingstagebuch als Einladung, deinen Körper zu verstehen und ihm das zu geben, was er benötigt, um energiereich in den Tag und in dein Training zu starten. „Es wird dir dabei helfen, langfristige Erfolge zu sehen“, verspricht sie. „Fortschritt bedeutet für mich nicht, wie sehr du im Training performst, sondern zielt eher auf die Frage ab: Geht es deinem Körper gut?“

Vielen Frauen fällt es schwer, den eigenen Körper und dessen Bedürfnisse wahrzunehmen, woraus Unzufriedenheit, Zyklusstörungen, ungewollte Gewichtszunahme oder ähnliche Beschwerden entstehen. Was braucht es, um einen liebevollen Umgang mit dem eigenen Körper anhand der weiblichen Physiologie zu erlernen und die eigenen Ziele wirklich zu erreichen?

Tabea: Für die meisten Frauen ist es sehr schwierig oder sogar eine Lebensaufgabe, sich im eigenen Körper wohlzufühlen. Frauen wird schon als Kindern immer wieder gesagt, wie ihr Körper auszusehen hat, welche Diät sich eignet und wie viel Sport sie machen sollen. Das muss erstmal „verlernt“ werden und dauert sehr lang. Auch dabei soll das Trainingstagebuch helfen.

Für ein gutes Training ist es Ihrer Erfahrung nach unumgänglich, dass neben einzelnen Ruhetagen auch ganze Wochen zur Regeneration genutzt werden. Wie verträgt sich das mit dem Anspruch, Fortschritte zu machen und idealerweise immer besser zu werden?

Tabea: Ganz einfach: Kein gutes Training ohne Regeneration. Wir Hobbysportlerinnen wollen oft trainieren wie Profis, vergessen aber die Grundregeln von Profis: Ruhetage und Regenerationswochen. Da wundern wir uns, dass wir verletzt sind oder keine Erfolge feiern? Regenerationswochen gehören zu den Basics der Trainingslehre.

Die hormonellen Dynamiken des weiblichen Organismus wurden bislang in Sport und Sportwissenschaft kaum berücksichtigt. Nicht nur das: Viele sportliche Frauen meinen, dass Zyklusbeschwerden und -störungen „normal“ sind, und nehmen sie einfach in Kauf. Was ist, wenn ein Umdenken unsere wahre Stärke entfesseln könnte? Der größte Hebel für deinen Trainingserfolg: die Hormongesundheit – sie macht deinen Körper leistungsfähig und zeigt sich in einem regelmäßigen, beschwerdefreien Zyklus.

Neben dem Training und der Regeneration liegt der größte Hebel für ein gesundes Leben in der Ernährung. Wie sieht die ideale Trainingsverpflegung aus, und was raten Sie Frauen, die sich Sorgen um ihr Gewicht machen?

Tabea: Am besten gibt man dem Körper dann Energie, wenn er sie benötigt. Also rund ums Training und ggf. währenddessen. Frauen sollten meiner Meinung nach nicht nüchtern trainieren und jede Einheit verpflegen, die länger als 60-70 Minuten dauert. Der Körper benötigt die Energie, deswegen ist die Sorge ums Gewicht vielleicht verständlich, aber nicht berechtigt.

Tabea Lorch
Frauen trainieren anders. Dein Trainingstagebuch
Mankau Verlag, 1. Auflage Oktober 2026
Klappenbroschur, farbig, 11,5 × 16,5 cm
ISBN 978-3-86374-811-1
12,00 Euro (D) | 12,40 Euro (A)
Mehr zum Buch →
Link-Empfehlungen:

Mehr zum Buch „Frauen trainieren anders. Dein Trainingstagebuch“ →
Zur Leseprobe im PDF-Format →
Mehr zum Buch „Frauen trainieren anders. Fitness und Sport im Einklang mit deinen Hormonen“ (2. Auflage) →
Mehr über Autorin Tabea Lorch →
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