
Julia und Dr. med. Matthias Maak: „HypnoHelping kann gemeinsame Ruheinseln im oftmals stressigen Familienalltag etablieren“
Artikel: Julia und Dr. med. Matthias Maak: „HypnoHelping kann gemeinsame Ruheinseln im oftmals stressigen Familienalltag etablieren“
Julia und Dr. med. Matthias Maak: „HypnoHelping kann gemeinsame Ruheinseln im oftmals stressigen Familienalltag etablieren“
Interview mit der geschäftsführenden Gesellschafterin und dem wissenschaftlichen Berater der HypnoBirthing Gesellschaft Europa (HBGE)
„Chronische Überforderung, Schlafprobleme, Schul- und Leistungsängste, heftige emotionale Ausbrüche – die Familien unserer Zeit sind mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Oft führt das zu einem Teufelskreis aus elterlichem Stress, der sich direkt auf die Kinder überträgt. Hier unterscheidet sich ‚HypnoHelping‘ grundlegend von klassischen Erziehungsratgebern: Wir geben keine Erziehungstipps oder Regeln vor. Stattdessen nutzen wir die Neurobiologie der Selbsthypnose zur Ausschüttung von beruhigenden Wohlfühlhormonen und geben Eltern Werkzeuge an die Hand, um sich in Akutsituationen selbst zu beruhigen oder ihren Kindern Techniken zu vermitteln, mit denen sie Herausforderungen leichter bewältigen können.“ Julia und Dr. med. Matthias Maak, Autoren von „HypnoHelping – Der Selbsthilfe-Guide für Familien“ und selbst vierfache Eltern, wollen nicht „umerziehen“, sondern allen Familien helfen, den inneren Stress-Zustand zu reduzieren.
Im Jahr 2022 haben Sie beide bereits gemeinsam „HypnoBirthing. Das Praxisbuch“ veröffentlicht. Wie ist daraus die Idee zum neuen Buch „HypnoHelping“ entstanden, und was ist neu an Ihrer Weiterentwicklung?
Julia Maak: Mit „HypnoBirthing“ durften wir bereits viele Eltern während der Schwangerschaft auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmten, angstfreien Geburt begleiten. Wir hatten schon lange die Idee für eine Fortsetzung, denn der Bedarf für Techniken zur Entspannung und Stärkung ist im turbulenten Familienalltag oft sogar noch größer. Als uns dann immer mehr Eltern fragten, ob es die Methode nicht auch für die Zeit nach der Geburt gibt, war klar, dass „HypnoHelping“ entstehen muss.
Während „HypnoBirthing“ rein auf die Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung fokussiert ist, bietet „HypnoHelping“ einen praxisnahen Selbsthypnose-Reisekoffer für mehr Urlaub im Alltag für Eltern und Kinder bis 14 Jahre. Die wesentlichen Neuerungen: Die Techniken und Übungen sind speziell an die Bedürfnisse und Herausforderungen von Eltern und Kindern angepasst. Zudem enthält das Buch konkrete Selbsthypnoseskripte zum Vorlesen sowie begleitende Musik und Audios zum direkten Üben im Alltag.
Sie engagieren sich in der HypnoBirthing Gesellschaft Europa GmbH (HBGE) und bieten außerdem Ausbildungen und Kurse an. Welche Zielgruppen sprechen Sie damit an, und warum eignen sich die Methoden zur Geburtsvorbereitung von Marie F. Mongan auch zur Unterstützung des Familienalltags?
Julia Maak: Die HBGE bietet die deutsche Original-HypnoBirthing-Ausbildung nach Marie F. Mongan an und richtet sich damit vor allem an geburtshilfliche Teams sowie freiberufliche Hebammen, Doulas und engagierte Quereinsteigerinnen, die oft selbst eine HypnoBirthing-Geburt erleben durften. In meiner Praxis Pura Vida Family Club in Erlangen biete ich zudem regelmäßig selbst HypnoBirthing-Kurse für werdende Eltern in Präsenz oder via Zoom an.
Die Methode von Marie F. Mongan vermittelt die Kerntechniken der Selbsthypnose – wie Atmung, Entspannung, Vertiefung, Visualisierung und Affirmationen. Selbsthypnose ist eine wissenschaftlich anerkannte Technik, die sich nicht nur zur Geburtsvorbereitung eignet, sondern auch ein wahrer Schatz für den Familienalltag ist: Sie kann u. a. beim Umgang mit Ängsten und Unsicherheiten helfen, Entspannung und Bindung fördern, das Lernen erleichtern und guten, erholsamen Schlaf fördern.
Welche typischen Herausforderungen erleben Eltern heute besonders häufig, bei denen HypnoHelping unterstützen kann, und wie unterscheidet sich Ihr Ansatz von klassischen Erziehungsratgebern?
Matthias Maak: Aus meiner täglichen Arbeit in der Medizin und natürlich aus unserem eigenen Leben mit vier Kindern weiß ich: Eltern stehen heute unter einem enormen Druck. Die häufigsten Herausforderungen, die mir begegnen, sind chronische Überforderung, Einschlafprobleme bei Kindern, Schul- und Leistungsängste sowie heftige emotionale Ausbrüche. Oft führt das zu einem Teufelskreis aus elterlichem Stress, der sich direkt auf die Kinder überträgt. Hier unterscheidet sich „HypnoHelping“ grundlegend von klassischen Erziehungsratgebern: Wir geben keine Erziehungstipps oder Regeln vor. Stattdessen nutzen wir die Neurobiologie der Selbsthypnose zur Ausschüttung von beruhigenden Wohlfühlhormonen. „HypnoHelping“ gibt Eltern Werkzeuge an die Hand, um sich in Akutsituationen selbst zu beruhigen oder ihren Kindern Techniken zu vermitteln, mit denen sie Herausforderungen leichter bewältigen können. Wir erziehen also nicht um, sondern wir möchten helfen, den inneren Stress-Zustand der gesamten Familie zu reduzieren.
![]() Nicht nur Erwachsene, auch Kinder leiden in unserer Zeit oftmals schon unter Stress und Ängsten. Um ihnen bei der Bewältigung zu helfen, hält der Selbsthilfe-Guide mehrere liebevoll gestaltete Fantasiereisen bereit, etwa die „Hypnose für Selbstvertrauen, Konzentration, Mut und Gelassenheit“ und die „Hypnos für Entspannung und Lebensfreude“. Jede Traumreise gibt es dabei in zwei Versionen: eine zum Vorlesen für kleinere Kinder und eine für größere (Schul-)Kinder von 11 bis 14 Jahren. |
Sie setzen auf die Grundtechniken der Selbsthypnose, wie Atmung, Entspannung, Vertiefung, Visualisierung und Affirmationen, um ein positives Mindset und Stressresilienz aufzubauen. Warum sprechen Kinder so gut auf Hypnose an, und wie können Eltern dabei unterstützen?
Matthias Maak: Kinder sprechen deshalb so gut auf Selbsthypnose an, weil sie sich ohnehin einen Großteil des Tages in einem natürlichen Trance-Zustand befinden. Besonders vom Kleinkindalter bis zum Beginn der Pubertät ist die Grenze zwischen Fantasie und Realität fließend – man sieht das perfekt, wenn Kinder völlig im Spiel oder in einer Lieblingstätigkeit versinken. Aus medizinischer Sicht ist ihr Gehirn extrem plastisch und empfänglich für Suggestionen. Sie können sich rasch entspannen und visualisieren die inneren Bilder, die wir ihnen durch ruhige Worte anbieten, vollkommen mühelos.
Mit dem Eintritt in die Pubertät verändert sich diese natürliche Offenheit durch die hormonelle und neuronale Umstrukturierung. Die Techniken greifen aber weiterhin hervorragend, wenn Jugendliche den konkreten Nutzen für sich erkennen – sei es für bessere Konzentration, gegen Prüfungsangst oder für einen erholsamen Schlaf.
Eltern können diesen Prozess optimal unterstützen, indem sie keinen Druck ausüben, sondern die Übungen und Audios als Einladung und gemeinsame, bewertungsfreie Ruheinsel im Alltag etablieren. Wenn Eltern selbst die Ruhe vorleben, überträgt sich das direkt auf ihr Kind.
Ein weit verbreiteter Irrtum setzt Hypnose mit Schlaf oder Willenlosigkeit gleich, dabei kann sie vielmehr als fokussierter Zustand innerer Aufmerksamkeit verstanden werden. Bei welchen Beschwerden kann Hypnose erfolgreich eingesetzt werden, und wo sollte man lieber vorsichtig sein?
Matthias Maak: Das Spektrum der Hypnosetherapie ist weitaus größer, als den meisten Menschen bewusst ist. Das liegt oft an der klassischen Showhypnose aus Film und Fernsehen, die ein völlig verzerrtes Bild von Willenlosigkeit und negativer Manipulation vermittelt. Wissenschaftlich ist die Methode längst etabliert: In den USA ist Hypnose bereits seit 1956 als seriöses Therapieverfahren anerkannt, in Deutschland zog der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie im Jahr 2006 nach. Die Anwendungsgebiete sind extrem vielfältig. Hypnose wird erfolgreich bei der Behandlung von Ängsten und Phobien, bei der Suchtentwöhnung, bei psychosomatischen Beschwerden, in der Schmerztherapie – bis hin zu chirurgischen Eingriffen, die unter Hypnose statt unter Vollnarkose durchgeführt werden – sowie zur Motivations- oder Konzentrationssteigerung und zum leichteren Lernen eingesetzt.
Im Gegensatz zu einem Medikament ist die Wirkung jedoch keine rein passive Angelegenheit. Der Erfolg hängt maßgeblich von der Bereitschaft ab, sich auf den Prozess aktiv einzulassen. Zudem ist Selbsthypnose eine Fähigkeit, die durch regelmäßiges Üben immer effektiver wird. Als Mediziner ist mir wichtig zu betonen, dass „HypnoHelping“ keine Therapie und Hypnose kein Allheilmittel ist. Bei psychischen oder organischen Erkrankungen darf Hypnose niemals die notwendige medizinische Diagnostik und Behandlung ersetzen, sondern sollte ausschließlich als ergänzende, unterstützende Maßnahme verstanden werden.
![]() Im Buch enthalten sind sechs Audio-Downloads: Hypnosen und Affirmationen für Eltern, eine Hypnose für Kinder von 3 bis 14 Jahren und die HypnoHelping-Musik. Mit diesen Anleitungen sowie den HypnoHelping-Übungen und ‑Hypnosen aus dem Buch lernen Eltern und Kinder Schritt für Schritt, die Kraft der Gedanken und der Vorstellungskraft zu nutzen, sodass sie für die ganze Familie arbeiten. |
Sie verstehen „HypnoHelping“ als alltagstauglichen Selbsthilfe- und Praxis-Guide für die ganze Familie. Wo können Eltern und Kinder mehr über Anwendungsmöglichkeiten erfahren, und welche weiteren Projekte planen Sie für die Zukunft?
Julia Maak: Unser Buch ist so aufgebaut, dass man Schritt für Schritt die Methode der Selbsthypnose kennenlernen, ausprobieren und direkt mithilfe der begleitenden Audios anwenden kann. Wer tiefer einsteigen möchte, findet auf unserer Website hypnobirthing.eu fortlaufend neue Impulse und Praxisbeispiele für den Familienalltag. Für die Zukunft planen wir das Angebot rund um „HypnoHelping“ stetig zu erweitern – unter anderem durch zusätzliche Audios, spezifische Themen-Workshops und Kurse für Eltern.
Julia und PD Dr. med. Matthias MaakHypnoHelping. Der Selbsthilfe-Guide für Familien Mehr Ruhe, mehr Nähe, weniger Stress: Entspannungs-, Atem- und Selbsthypnose-Techniken für Eltern und Kinder Inkl. Audio-Downloads Mankau Verlag, 1. Auflage September 2026 Klappenbroschur 13,5 × 21,5 cm, 230 Seiten ISBN-978-3-86374-805-0 Mehr zum Buch → |
Link-Empfehlungen:
Mehr zum Buch „HypnoHelping“ →
Zur Leseprobe im PDF-Format →
Mehr über Autorin Julia Maak →
Mehr über Autor Dr. med. Matthias Maak →
Unsere sozialen Netzwerke − für Fragen, Kritik, Anregungen →











